Dual Coding: Warum Bild plus Wort doppelt hält
Allan Paivio · Dual Coding Theory, 1971 · 3 Min. Lesezeit
Der kanadische Psychologe Allan Paivio stellte fest, dass Menschen sich konkrete, bildhafte Wörter („Apfel“) deutlich besser merken als abstrakte („Wahrheit“). Seine Erklärung: Das Gehirn verarbeitet Sprache und Bilder in zwei getrennten Systemen — und speichert doppelt, wenn beide beteiligt sind.
Zwei Systeme, zwei Spuren
Das verbale System speichert Wörter und ihre Klangfolge. Das nicht-verbale System speichert Bilder, Formen, Szenen. Ein Wort, das nur gehört wird, landet in einem System. Ein Wort, das mit einem Bild verknüpft wird, landet in beiden — und ist über zwei Wege wieder abrufbar. Fällt einer aus, bleibt der andere.
Was das für Vokabeln bedeutet
Ein fremdes Wort ist zunächst reine Abstraktion: eine Lautfolge ohne Inhalt. Dual Coding sagt, was zu tun ist — ihm ein Bild geben. Je konkreter und ungewöhnlicher, desto stärker die zweite Spur. Das ist die theoretische Grundlage jeder Merkbild-Methode.
Ein Missverständnis
Dual Coding ist kein „Lerntyp“. Es gibt keine visuellen und auditiven Lerner, denen man unterschiedliche Materialien geben müsste — die Kombination hilft allen. Bild und Wort zusammen sind für jedes Gehirn besser als eines von beiden.
Und mit Mindpop?
Jede Merkvokabel in Mindpop ist Dual Coding in Reinform: gesprochenes Wort, gezeichnete Szene und eine kurze Geschichte, die beides verbindet.
Mindpop setzt heute die Merkbild-Methode um — weitere Lernmethoden aus dieser Reihe folgen nach und nach in der App.